Toyota plant ab 2028 die Produktion von batterieelektrischen Fahrzeugen in Tschechien
Toyota, seit 2020 der weltweit führende Automobilhersteller, hat auf dem Markt für batterieelektrische Antriebe keine besonders starke Position. Der Absatz von Modellen mit diesem Antriebstyp macht derzeit nur 1,3 % der Gesamtproduktion aus. Sein aktuelles Angebot an batterieelektrischen Modellen ist begrenzt: Nur der SUV BZ4X und seine luxuriösere Version Lexus RZ sowie ein Kompakt-SUV der Marke Lexus (UX) und die Pickup-Trucks von Stellantis, der ProAce und der ProAce City, sind sowohl mit Verbrennungsmotor als auch mit batterieelektrischem Antrieb erhältlich.
 
Im Herbst 2025 wird Toyotas Angebot an batterieelektrischen Modellen um zwei Modelle erweitert: den in der Türkei produzierten SUV CHR+ und den in Indien (in Zusammenarbeit mit Suzuki) produzierten SUV Urban Cruiser.
 
Toyota ist sich jedoch der zunehmend restriktiven gesetzlichen Regelungen bewusst, die Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor bis 2035 verbieten. Daher will das Unternehmen sein Elektrifizierungsprogramm mit einem Montageprogramm für einen neuen batterieelektrischen SUV beschleunigen. Dieser soll ab 2028 im tschechischen Werk Kolin produziert werden, wo derzeit der Aygo X Hybrid und der Yaris Hybrid gefertigt werden.
 
Der Automobilhersteller strebt eine jährliche Produktion von 100.000 Einheiten in einem Werk mit einer Produktionskapazität von 300.000 Fahrzeugen an. Das bedeutet, dass Toyota plant, dort zusätzlich zu den 100.000 Aygo X Hybrid und 100.000 Yaris Hybrid jährlich 100.000 Einheiten dieses Modells zu produzieren. Letztlich soll dieses Werk ausschließlich batterieelektrische Fahrzeuge produzieren.
Westeuropäische Hersteller verlagerten ein Drittel ihrer Produktion nach Osteuropa, Marokko und in die Türkei
Die europäische Automobilindustrie, die im 20. Jahrhundert hauptsächlich im Westen des Kontinents angesiedelt war (Frankreich, Deutschland, England, Italien, Belgien, Niederlande), beschloss, einen Teil ihrer Produktion schrittweise in Länder mit niedrigeren Arbeitskosten zu verlagern, um erstens mehr Gewinne zu erzielen und zweitens in diese neuen Märkte zu investieren, in denen die Motorisierungsrate sehr niedrig war. So wurde in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein Teil dieser Automobilproduktion nach Spanien und Portugal verlagert, nach dem Zusammenbruch der UdSSR 1991 dann in die osteuropäischen Länder, ehemalige Satellitenstaaten der UdSSR, wie Polen, die Tschechische Republik, die Slowakei, Rumänien und Ungarn. Diese Verlagerungen wurden nach dem Beitritt dieser Länder zur Europäischen Union Anfang der 2000er Jahre besonders begünstigt.
 
Die Produktion in Osteuropa hat zunehmend an Bedeutung gewonnen und ist von 2 Millionen Fahrzeugen (Pkw + Nfz) im Jahr 2005 auf 4 Millionen im Jahr 2019 und 3,5 Millionen im Jahr 2024 gestiegen. Gleichzeitig sank die Produktion in Westeuropa von 16 Millionen Fahrzeugen (Pkw+Nfz) im Jahr 2005 auf 13,5 Millionen im Jahr 2019 und 10,5 Millionen im Jahr 2024.
 
Die Türkei und Marokko haben sich zu neuen Standorten für die europäische Automobilindustrie entwickelt. Die Produktion in diesen beiden Ländern ist von 800.000 Einheiten im Jahr 2005 auf 1,75 Millionen Einheiten bis 2024 gestiegen.
 
Insgesamt hat Westeuropa ein Drittel seiner Produktion in osteuropäische Länder, die Türkei und Marokko verlagert. Bis 2024 werden in diesen Offshoring-Ländern 5,25 Millionen Fahrzeuge produziert, verglichen mit 10,5 Millionen Fahrzeugen in Westeuropa.
Das Renault -Werk in Oran produziert seit 2023 keine Fahrzeuge mehr

Das Renault -Werk in Oran (Algerien) steht seit 2023 still. Mehrere Faktoren erklären diese Situation:

 
1. Neue lokale Anforderungen: Die algerische Regierung verlangt nun eine lokale Integrationsrate von mindestens 30 % der Teile in produzierten Fahrzeugen. Renault, das teilmontierte Bausätze (SKD) aus der Türkei mit einer lokalen Integrationsrate von weniger als 10 % verwendete, hatte Schwierigkeiten, sich an diese Einschränkung anzupassen. Zwischen 2020 und 2023 arbeitete das Werk in Oran daher mit reduzierter Kapazität.
 
2. Administrative Blockade: Renault wartet seit mehreren Jahren auf die offizielle Genehmigung des algerischen Industrieministeriums zur Wiederaufnahme seiner Aktivitäten. Trotz Investitionen zur Einhaltung der neuen Vorschriften lässt die Genehmigung lange auf sich warten.
 
3. Diplomatische Spannungen: Die Beziehungen zwischen Frankreich und Algerien erleben seit mehreren Monaten eine neue Phase der Spannung (die Westsahara-Affäre), die bilaterale Industrieprojekte wie das von Renault behindert.
 
4. Verstärkter Wettbewerb: Andere Automobilhersteller wie Stellantis haben sich unter Einhaltung der neuen Regeln etabliert (lokale Integrationsrate von 30 % oder mehr), was Renault auf dem lokalen Markt in Schwierigkeiten gebracht hat.
 

Trotz Gerüchten über die endgültige Schließung seines Werks in Oran hat Renault einen neuen Antrag auf Genehmigung gestellt und einen Sozialplan umgesetzt, um Arbeitsplätze zu erhalten und einen möglichen Neustart vorzubereiten. Der Autobauer hofft, die Produktion mit neuen Modellen und einer angemessenen Integrationsrate wieder aufnehmen zu können. Alles hängt jedoch von der Entscheidung der algerischen Behörden ab. Es zeichnen sich positive Signale ab: Jüngste Treffen zwischen algerischen und französischen Beamten haben die Hoffnung auf einen Neustart wiederbelebt. Der algerische Industrieminister sprach sogar von einer baldigen Wiedereröffnung des Werks. Renault hofft daher, die Produktion bis Ende 2025 wieder aufnehmen zu können.

Rückblick auf die Münchner Automobilausstellung 2025

Die Münchner Automobilausstellung 2025 war eine erfolgreiche Ausstellung, in dem viele neue Produkte vorgestellt wurden. Innerhalb dieses Salons ließen sich drei verschiedene Gruppen identifizieren.

 
Erste Gruppe: die drei großen deutschen Automobilhersteller (Volkswagen, BMW, Mercedes).
• Der Volkswagen-Konzern hat sich besonders ins Zeug gelegt und batterieelektrische Fahrzeuge des B-Segments vorgestellt: VW ID Polo (ex-ID2), VW ID Cross (ex-ID2X), Skoda Epiq und Cupra Raval. Diese vier Modelle könnten den Markt für batterieelektrische Fahrzeuge in Europa ankurbeln, der bislang noch nicht einmal 18 % des europäischen Pkw-Marktes ausmacht.
• Porsche (eine Tochtergesellschaft des Volkswagen-Konzerns), BMW und Mercedes haben jeweils einen batteriebetriebenen SUV vorgestellt: den Porsche Cayenne EV, den BMW iX3 und den Mercedes GLC EV. Das Besondere daran ist, dass sie ein anderes Außendesign haben als ihre thermischen Pendants, den Porsche Cayenne, den BMW X3 und den Mercedes GLC, die derzeit auf dem europäischen Markt verkauft werden.
 
Zweite Gruppe: eine Reihe repräsentativer chinesischer Marken.
So konnten wir den Polestar 5, den Deepal S05, den Xpeng P7, den GAC Aion, den Leapmotor B05 und den NIO Firefly sehen.
 
Dritte Gruppe: Nicht-deutsche und nicht-chinesische Automobilhersteller wie Renault aus Frankreich, das den neuen Clio VI vorstellte, der ab Anfang 2026 auf den Markt kommen soll, der koreanische Hersteller Hyundai, der das Konzeptfahrzeug des zukünftigen Ioniq 3 vorstellte, und der türkische Togg, der zum ersten Mal auf einer europäischen Automobilausstellung vertreten war.
Aktuelle Pläne für die Ansiedlung chinesischer Fabriken in Europa

Schon vor der Einführung von Preisaufschlägen auf importierte Elektroautos aus China kündigten mehrere chinesische Automobilhersteller Pläne an, durch den Bau oder Erwerb von Montagewerken in den europäischen Markt zu expandieren. Hier sind die bestätigten oder laufenden Projekte:

 
1. BYD schließt derzeit den Bau seines ungarischen Werks in Szeged ab, das voraussichtlich im kommenden Herbst seine ersten Modelle auf den Markt bringen wird. In den Jahren 2026 und 2027 könnten dort vier verschiedene Modelle für den europäischen Markt produziert werden, darunter der Dolphin Surf (B-Segment). Ein zweites Werk ist in der Türkei geplant, ein drittes in Italien wird Berichten zufolge geprüft.
 
2. Chery nutzt seit Ende 2024 das ehemalige Nissan -Werk in Barcelona (Spanien). Unter den Marken Ebro und Omoda werden dort mehrere Modelle für den europäischen Markt montiert.
 
3. MG aus dem SAIC-Konzern ist der führende chinesische Automobilhersteller in Europa. Der Autobauer plant daher, seine Modelle für den europäischen Markt auch in Europa zu produzieren. MG sucht aktiv nach einem Produktionsstandort, wobei Spanien offenbar als Favorit gilt.
 
4. Geely plant, seine Modelle Smart und Polestar in Europa für den europäischen Markt zu produzieren. Die Wahl könnte auf Ungarn, Tschechien oder die Slowakei fallen. Aktuellen Nachrichten zufolge wurde die Slowakei ausgewählt. Die Eröffnung des Werks ist für 2028 geplant.
 
5. Dongfeng hat seinen Plan, Autos in Italien zu produzieren, noch immer nicht aufgegeben. Und Nissan öffnet ihnen die Türen seines britischen Werks.
 
6. Xpeng plant, seine Modelle in Europa zu montieren. Der Autobauer könnte seine Verbindungen zu VW nutzen, um einige seiner Werke zu nutzen, insbesondere diejenigen, die VW schließen will (Osnabrück und Dresden).
 
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