Belgischer Markt schrumpft 2022 um 4,4% gegenüber 2021
Der belgische Automobilmarkt (Pkw) blieb 2022 im Vergleich zu 2021 (-4,4 %) und vor allem im Vergleich zu 2019 (-33 %) auf einem sehr niedrigen Niveau. Insgesamt wurden in Belgien im vergangenen Jahr 366.303 Pkw zugelassen, 2021 waren es 383.123. 2020 waren es 431.491 und 2019 550.003. Dies ist die niedrigste Zahl, die seit mehreren Jahrzehnten verzeichnet wurde.
 
Als Grund für die sehr niedrigen Zulassungszahlen im Jahr 2022 werden Verzögerungen bei der Auslieferung von Fahrzeugen genannt, die mehrere Monate betragen können.
 
Es könnte aber auch sein, dass der starke Anstieg des durchschnittlichen Autopreises und die abwartende Haltung der Kunden gegenüber Elektrofahrzeugen die Kaufbereitschaft bremsen und potenzielle Kunden dazu bringen, ihr Fahrzeug länger zu behalten.
 
Die Rangliste nach Marken zeigt, dass BMW mit 38.011 Einheiten weiterhin Marktführer in Belgien ist, vor Volkswagen (32.061 Einheiten), Mercedes (29.283 Einheiten), Peugeot (29.140 Einheiten), Audi (26.253 Einheiten) und Toyota (21.262 Einheiten). Wie in Deutschland genießen die Premiummarken hier eine komfortable Position.
 
Nach Gruppen ist Volkswagen im Jahr 2022 Marktführer in Belgien (81.596 Einheiten), vor Stellantis (69.867 Einheiten), BMW (45.188 Einheiten), Renault-Nissan (41.317 Einheiten) und Mercedes (29.374 Einheiten).
 
Die meistverkauften Modelle in Belgien im Jahr 2022 waren der Dacia Sandero (8.215 Einheiten), der Volvo XC40 (7.310 Einheiten), der Peugeot 308 (6.939 Einheiten), der Peugeot 208 (6.846 Einheiten) und der BMW X3 (5.680 Einheiten).
Prognosen für die BEV-Produktion in Großbritannien im Jahr 2030
Nach Schätzungen von Inovev könnten im Jahr 2030 zwischen 167.000  und 207.000 Elektrofahrzeuge (BEV) in Großbritannien hergestellt werden. Derzeit würden insgesamt fünf Hersteller die künftige BEV-Produktion in Großbritannien prägen: Renault-Nissan mit der Marke Nissan, BMW mit der Marke Mini, Tata mit der Marke Land Rover, Toyota und Stellantis mit Citroen, Peugeot und der Marke Opel, die dort unter dem Namen Vauxhall vermarktet werden soll. Alle britischen BEV-Produktionsstätten dieser Marken befinden sich in England.
 
Inovev sieht die größte BEV-Produktion im Nissan-Werk (Teil der Renault-Nissan-Gruppe) in Sunderland, in dem die vollelektrische Version des Nissan Leaf hergestellt wird. Die zweitgrößte BEV-Produktion des Landes wird sich wahrscheinlich im Werk von Ellesmere Port befinden, welches sich Stellantis und Toyota teilen. Es ist nicht bekannt, was mit der BEV-Produktion von Mini in Cowley geschehen wird, die die drittgrößte des Landes sein könnte, da Mini plant, die BEVs künftig in China produzieren zu lassen. Nach den Prognosen von Inovev wird keiner der genannten Standorte in der Lage sein, bis 2030 ein signifikantes Produktionsvolumen von 100.000 oder mehr BEVs zu erreichen.
 
Die britische Automobilproduktion steht in der Zukunft vor mehreren Herausforderungen. Die Pläne der EU bedeuten, dass der europäische Markt ab diesem Zeitpunkt vollständig elektrifiziert sein könnte. Trotz des Brexit ist dieser Markt für die britische Automobilindustrie von entscheidender Bedeutung, aber derselbe Brexit könnte die Produktion und den Kauf von BEVs für Hersteller und Kunden aufgrund von Einfuhrzöllen und Kontrollen erschweren. Darüber hinaus ist das Gigafactory-Projekt von Britishvolt stark gefährdet, was die BEV-Produktion im Land noch mehr unter Druck setzen würde. Es stellt sich die Frage, welchen Sinn eine solche Gigafactory bei einem zukünftigen Volumen von weniger als 210.000 Elektrofahrzeugen, also weniger als in Italien, hat. Die alten britischen Marken wie Jaguar und MG lassen ihre BEVs im Ausland herstellen, Land Rover bietet derzeit nur PHEVs an, wird aber kleinere BEV-Produktionen an den Standorten Halewood und Solihull aufbauen. Ein Weggang von Mini könnte die ohnehin schwache Produktion weiter marginalisieren. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Brexit die zukünftige Automobilindustrie des Vereinigten Königreichs zu gefährden scheint.
Kapazität von über 1 Mio. Elektromotoren pro Jahr ab 2024 für das Stellantis-Werk in Trémery
Emotors, ein 50/50-Gemeinschaftsunternehmen von Nidec Leroy-Somer und der Stellantis-Gruppe, entwirft und entwickelt in Frankreich elektrische Traktionsmotoren für die Automobilindustrie. Es stellt insbesondere drei Arten von Motoren her: einen 48-V-Permanentmagnetmotor mit einer Leistung von 6 bis 30 kW für MHEVs und elektrische Kleinstadtfahrzeuge (z. B. Citroën eAmi), einen 400-V-Permanentmagnetmotor mit einem Leistungsbereich von 60 bis 120 kW für Plug-in-Hybridfahrzeuge (PHEVs) und einen 400-V-Permanentmagnetmotor mit einem Leistungsbereich von 60 bis 250 kW für batterieelektrische Fahrzeuge (BEVs).
 
Im September 2022 hat Emotors eine neue Produktionslinie im Stellantis-Werk in Trémery (Frankreich) in Betrieb genommen, um einen ersten Elektromotor mit der Bezeichnung "M3" (115 kW) für Stellantis-BEVs zu produzieren. Noch im selben Jahr wird ein "M2"-Motor für die PHEVs der Gruppe folgen. Im Jahr 2023 wird nach Angaben von Stellantis auch ein "M4"-Motor für BEVs auf den Markt kommen.
 
Laut Stellantis werden Anfang 2023 zunächst die Modelle DS3 e-Tense, Peugeot e208, Jeep Avenger und Opel Mokka mit dem M3-Motor ausgestattet. Die anderen Modelle der Gruppe werden dann nach und nach entsprechend ihrer Markteinführung damit ausgestattet. Schließlich soll der M3-Motor den ePWT-Motor ersetzen, mit dem die BEVs des Konzerns zurzeit in Europa ausgestattet sind.
 
Die Produktion von Benzin- und Dieselmotoren sowie des e-PWT-Motors bleibt weiterhin aufrechterhalten. Stellantis hat für das Werk Trémery das Ziel angekündigt, im Jahr 2024 eine Produktion von 50 % Elektromotoren (gegenüber 15 % im Jahr 2021), 30 % Dieselmotoren (67 % im Jahr 2021) und 20 % Benzinmotoren (18 % im Jahr 2021) zu erreichen. Laut Stellantis ist es das Ziel der Gruppe, ab 2024 mehr als eine Million Elektromotoren (ePWT, M2, M3 und M4) zu produzieren.
 
Nach Angaben von Inovev wird Stellantis im Jahr 2024 in Europa 760.000 Plug-in-Elektrofahrzeuge (BEVs und PHEVs) produzieren. Diese Kapazität von mehr als einer Million Motoren pro Jahr erscheint daher realistisch und wird die Nachfrage nach den aktuellen Elektromodellen der Stellantis-Gruppe und den zukünftigen Modellen, einschließlich derer von Lancia, Alfa-Romeo und Jeep, decken. Das Werk könnte auch andere Automobilkonzerne, wie z.B. Toyota, beliefern.
Entwicklung des indischen Marktes in den Jahren 2022- 2023
Unter den asiatischen Wachstumsmärkten ist der indische Automobilmarkt neben dem chinesischen Markt einer der vielversprechendsten. Seit 2014 ist ein kontinuierliches Wachstum zu beobachten, das nur durch die Covid19-Pandemie unterbrochen wurde, die den Markt bis 2020 auf weniger als 3 Millionen verkaufte Fahrzeuge schrumpfen ließ. Der Markt erholte sich jedoch genauso schnell, wie er zusammengebrochen war, mit Wachstumsraten von 28% im Jahr 2021 und 26% im Jahr 2022, wobei er bis Ende 2022 an der 5-Millionen-Marke kratzten wird, die höchstwahrscheinlich 2023 überschritten wird, wenn keine Katastrophen eintreten.
 
Der indische Automobilmarkt profitiert davon, dass er noch nicht gesättigt ist. Im Jahr 2019 lag die Motorisierungsrate bei 225 Fahrzeugen pro 1.000 Einwohner und die Einwohnerzahl steigt jedes Jahr stark an. Außerdem wird diese wachsende Bevölkerung immer wohlhabender und zieht in städtische Gebiete, was den Kauf eines Autos ermöglicht oder erfordert.
 
Der Markt wird von dem japanischen Hersteller Suzuki dominiert, der im Jahr 2022 allein 34 % des indischen Marktes hält, gefolgt von dem indischen Hersteller Tata-Motors mit 19 % Marktanteil. Der koreanische Hersteller Hyundai-Kia hat einen Marktanteil von etwa 17%. Diese drei Hersteller machen zusammen mit den Herstellern Mahindra und Ashok sowie den japanischen Herstellern Toyota und Honda im Jahr 2022 mehr als 91% des Marktes aus. Wird es den chinesischen Herstellern gelingen, diese Physiognomie im Jahr 2023 zu durchbrechen? Die bislang erfolgreichste chinesische Marke ist MG mit einem Marktanteil von nur 1 %.
 
Die japanische Dominanz wirkt sich auch auf die xEV-Verkäufe (BEV+HEV+PHEV) aus, die 2022 auf dem indischen Markt nur weniger als 2% ausmachen. 91% der xEV-Verkäufe sind Hybridautos, eine japanische Spezialität, 9% sind BEVs und im Gegensatz zu Europa existieren dort kaum Plug-in-Hybride (PHEVs). Autos mit alternativen Antrieben scheinen für diesen aufstrebenden Markt noch zu teuer zu sein und die Infrastruktur für BEVs ist nicht vorhanden. Aber Indien muss in diese Richtung schauen, will es die Umweltprobleme mit einer Bevölkerungszahl, die China bald überholen könnte, bewältigen.
Prognose der BEV- Produktion in Italien 2030
Nach Schätzungen von Inovev könnte Italien im Jahr 2030 etwa 192.000 Elektrofahrzeuge (BEV) produzieren. Dabei sind Stand heute keine BEV-Produktionen in dem Land außer denen des Stellantis-Konzerns bekannt.
 
Die landesweit mit Abstand größte Produktion dürfte das Werk in Mirafiori in der Nähe von Turin sein, in dem der vollelektrische Fiat 500e hergestellt wird. Das Werk in Melfi könnte mehrere Modelle von DS, Opel und Lancia übernehmen, doch Inovev rechnet für dieses Werk bis 2030 nur mit einem Produktionsvolumen von weniger als 90.000.
 
Noch ist unklar, ob Stellantis in Cassino mögliche BEV-Modelle der Marke Lancia, die derzeit nur in Polen produziert, aber nur in Italien vermarktet wird, oder der Premiummarke Alfa-Romeo herstellen lassen wird, zumal das Werk dafür umgebaut werden müsste. Die konventionellen Modelle von Alfa Romeo werden bereits in Cassino hergestellt, aber es wurden noch keine Pläne für die Elektrifizierung der Marke bekannt gegeben. Es ist auch nicht bekannt, was mit dem ehemaligen Bollore-Werk in Canavese in der Nähe von Ivrea geschehen soll. In der Fabrik wurde das Bluecar, ein kleines Elektroauto, hergestellt, das jedoch bislang kein Erfolg war und Inovev sieht keinen Erfolg kommen.
 
Die europäische Automobilproduktion wird aufgrund verschiedener zwingender Faktoren auf Elektromobilität umgestellt, und die künftige italienische Automobilproduktion hängt fast vollständig von einem einzigen Hersteller, Stellantis, ab. Genauer gesagt von einem einzigen Modell, dem Fiat 500e, denn sein Werk ist das einzige, das heute eine Chance hat, ein nennenswertes Produktionsvolumen zu erreichen. Wenn Cassino und Canavese auf dem heutigen Stand bleiben, gibt es nur noch zwei Standorte, die in der Lage sind, die europäischen Anforderungen an eine  Automobilproduktion mit alternativen Antrieben zu erfüllen. Das Potenzial, das sich derzeit für 2030 abzeichnet, liegt weit unter dem von Spanien (1,5 Millionen BEVs), Deutschland (1,3 Millionen BEVs) und Frankreich (827.000 BEVs).
 
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