Der Pariser Autosalon 2026 bestätigte Chinas Offensive: Rund 50 chinesische Marken sind mittlerweile in Europa erhältlich, und asiatische Hersteller gewinnen rasant Marktanteile. Die Messe diente als ideale Plattform, auf der mehrere Modelle ihre Europapremiere feierten – ein Zeichen dafür, dass China alle Marktsegmente im Visier hat.
• Segmentstrategie:
BYD veranschaulicht die umfassendste Strategie: Der Dolphin G (4,16 m, Plug-in-Hybrid, ca. 105 km elektrische Reichweite, hergestellt in Szeged, Ungarn) ist das erste speziell für Europa entwickelte Modell und tritt direkt gegen den Hybrid-Clio und den Hybrid-Yaris an; der Atto 8, ein großes, 100 % elektrisches 7-Sitzer-SUV, nutzt die Flash-Charging-Technologie (10–70 % in 5 Minuten); Denza, die Premium-Tochter, positioniert sich mit dem Z9 GT (bis zu 1.156 PS) und dem Supersportwagen Z (1.604 PS, 156.000 €) im oberen Marktsegment.
• Angriff auf die B/C-Segmente über den Preis:
Chery (Q für ca. 20.000 €, Tiggo 4 gegen den Dacia Duster), Leapmotor (B03X für 23.400 €, ca. 10.000 € günstiger als der e-2008, mit Stellantis-Hebel) und Omoda 4 (unter 30.000 €, gegen den Austral und den 3008) konkurrieren mit den europäischen Generalisten über das Preis-/Ausstattungsverhältnis.
• Das Premium- und Luxussegment:
Zeekr (7X für 53.000–63.000 €, 7GT Kombi für ca. 45.000 €, 9X für ca. 120.000 €), Xpeng (G9L mit Fokus auf KI und Fahrassistenzsysteme, günstiger als der Ioniq 9) und der BAW 212 (Diesel-Geländewagen für 45.000 €, deutlich günstiger als ein Defender) zielen auf Audi, BMW, Mercedes, Lexus und sogar Land Rover ab.
• Anstrengungen zur Europäisierung:
Zwei prägende Trends zeichnen sich ab: die lokale Produktion – Geely wird ab 2027 bei Ford in Valence neben dem Kuga auch den Starray und den E5 produzieren, um Einfuhrzölle zu umgehen, und der künftige Kuga soll auf der Geely-Plattform basieren – sowie die Stärke der chinesischen Hersteller auf ihrem rückläufigen Heimatmarkt (Xpeng, Zeekr, Lynk & Co suchen in Europa nach neuen Wachstumsmärkten).
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Motorshow 2026 einen Wandel markiert: Die chinesischen Hersteller begnügen sich nicht mehr damit, für den chinesischen Markt konzipierte Modelle zu importieren; sie entwickeln Modelle für Europa (Dolphin G), produzieren dort (Ungarn, Spanien), decken alle Segmente ab – vom 20.000-Euro-Modell bis zum Supersportwagen für 173.500 Euro – und gehen zunehmend Partnerschaften mit den europäischen Herstellern ein (Renault-Geely für den Grand Koléos, Stellantis-Leapmotor, Ford-Geely, Nissan-Chery).
Der direkte Wettbewerb ist mittlerweile global – sowohl preislich als auch technologisch und industriell.